Blockfazit: Radiologie

Den ganzen Tag hinter einer Scheibe sitzen und Bilder betrachten. Das war ehrlich gesagt schon immer mein Vorurteil bezüglich der Radiologie. Trotzdem war ich aufgrund der Schwärmerei meines Freundes positiv gestimmt und ging also motiviert zur ersten Unterrichtsstunde meines Radiologie Blocks.

Wie in jedem Blockbericht werde ich nun als erstes erklären, wie unsere Seminare strukturiert waren. Unser Seminar ging meist um 10.15 Uhr los und wir trafen uns ganz normal in einem Seminarraum. Zu Anfang hielt unsere Seminarleiterin einen interaktiven Vortrag mit Powerpoint Präsentation. Dieser ging ungefähr 30-60 Minuten. Sie gab uns einen gut zusammengefassten Überblick über das entsprechende Thema und zeigte uns Beispielbilder mit Hilfestellungen, sodass wir überhaupt erstmal etwas erkennen konnten. Gleichzeitig wiederholten wir zusammen noch einmal die Anatomie, die auf den Bildern zu erkennen war. Währenddessen integrierte sie uns mit in den Vortrag ein und es baute sich eher eine Art Konversation auf als nur reiner Frontalunterricht. Nach einer knappen Stunde gingen wir zum praktischen Teil über und jede/r StudentIn bekam ein eigenes Bild (Röntgen, MRT, CT,..), was er/sie vor den Anderen interpretieren musste. Gemeinsam besprachen wir dann unsere Fehler.

Nun werde ich von meinem persönlichen Eindruck schreiben: Ich fand den Aufbau der Seminare ziemlich gut und sinnvoll. Das vorherige Besprechen des aktuellen Themengebietes und das darauffolgende Interpretieren der Bilder war eine gute Weise das zuvor Erlernte direkt praktisch anwenden zu können.

Auch wenn man ein gutes Selbstbewusstsein besitzt sind Situation, in denen man unvorbereitet vor den Kommilitonen etwas interpretieren soll schon ein wenig unangenehm und der Puls steigt. So geht es zumindest mir und genau so erging es mir zu Anfang auch mit dem Interpretieren der Bilder vor der Seminarleiterin und den anderen StudentInnen. Wenn man zuvor noch nie anhand von Bildern etwas diagnostiziert hat, ist es umso schwerer das Ganze vor 30 Studenten zu tun.

Vor allem hatten wir nicht mal die Zeit uns die Bilder länger anzuschauen sondern die Seminarleiterin klemmte sie an den Leuchtkasten und los ging es. In dem Moment war es super schwer aber nach einigen Seminaren und etlichen Bildern war das Ganze schon viel leichter und ich wurde immer besser. Zudem glaub ich, dass genau so etwas eine perfekte Übung ist um sein selbstbewusst für den späteren Krankenhausalltag zu stärken.

Nun folgen meine 3 Tips für euren Radiologie Block:

  • wiederholt zuvor auf jedem Fall nochmal die grobe Anatomie. Am besten anhand von unauffälligen radiologischen Bildern. Nur dann werdet ihr auch in der Lage sein zu erkennen wenn etwas nicht so ist wie es sein sollte.
  • wenn ihr Bilder interpretieren sollt, dann geht nach dem Ausschlussverfahren vor: sucht also erstmal die normalen Strukturen und interpretiert diese bevor ihr nach etwas pathologischem sucht. Beispiel anhand einer Thorax Röntgenaufnahme: Das Parenchym sieht gleichmäßig aus ohne Konsolidierungen, die Kostovertebralen Winkel sind frei von Flüssigkeit, das Hilum weist keine abnormale Größe auf —> keine erkennbare Vergrößerung der Gefäße etc.
  • entscheidet euch für eine Reihenfolge. Wenn ihr beim interpretieren immer gleich vorgeht so kommt ihr nicht durcheinander und vergesst nicht aus Versehen einen Teil eurer Interpretation.

Im Allgemeinen kann ich sagen, dass ich meinen Radiologieblock sehr genossen habe. Mir hat es unheimlich viel Spaß gemacht die Bilder zu interpretieren und somit den Patienten zu diagnostizieren. Es war für mich wie ein kleines Rätselraten und ich merkte wirklich wie ich von Tag zu Tag besser wurde.

 

Ich hoffe euch hat dieser Beitrag gefallen und ihr findet so ein wenig Motivation euch auf den Radiologiekurs vorzubereiten.

Eure JOJO – von jojosweltdermedizin

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